Was ist der Zinseszins?
Beim einfachen Zins bekommst du Zinsen nur auf den eingezahlten Betrag. Beim Zinseszins werden die Zinsen dem Guthaben gutgeschrieben und in der nächsten Periode mitverzinst. Anfangs ist der Unterschied klein, über lange Zeiträume aber enorm: Deshalb wächst der grüne Teil im Diagramm jedes Jahr schneller.
Zinseszinsformel
- Kn = Endkapital
- K0 = Startkapital
- p = Zinssatz pro Jahr in Prozent
- m = Zinsgutschriften pro Jahr (jährlich = 1, monatlich = 12)
- n = Anzahl der Jahre
Beispiel: 10.000 € zu 5% mit jährlicher Zinsgutschrift über 10 Jahre = 10.000 × 1,0510 = 16.288,95 €. Bei monatlicher Gutschrift: 16.470,09 €. Zahlst du zusätzlich 100 € im Monat ein, wächst das Kapital auf rund 31.998 €.
Einfacher Zins und Zinseszins im Vergleich
10.000 € zu 8% pro Jahr, ohne Sparrate und Steuern:
| Jahre | Einfacher Zins | Zinseszins | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 5 | 14.000 | 14.693 | 693 |
| 10 | 18.000 | 21.589 | 3.589 |
| 20 | 26.000 | 46.610 | 20.610 |
| 30 | 34.000 | 100.627 | 66.627 |
Steuern auf Zinsen
Zinsen von Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch werden bei jeder Gutschrift versteuert. In Deutschland beträgt die Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag 26,375% (plus gegebenenfalls Kirchensteuer); bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr bleiben Zinsen steuerfrei, wenn du deiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilt hast. In Österreich behält die Bank 25% KESt auf Zinsen ein. In der Schweiz wird auf Zinsen über 200 CHF pro Jahr 35% Verrechnungssteuer abgezogen, die du dir über die Steuererklärung zurückholen kannst; die Zinsen zählen dort zum steuerbaren Einkommen.
Der Rechner schlägt den Steuersatz deines Landes vor und zieht ihn bei jeder Zinsgutschrift ab. Liegen deine Zinsen unter dem Freibetrag, setze das Feld auf 0.
Die 72er-Regel
Um abzuschätzen, in wie vielen Jahren sich dein Geld verdoppelt, teile 72 durch den Zinssatz. Bei 6% sind es etwa 72 ÷ 6 = 12 Jahre, bei 3% rund 24 Jahre. Der Rechner zeigt dir den genauen Wert für deine Eingaben.
So nutzt du den Zinseszins
- Früh anfangen. Zeit ist der stärkste Hebel: Verschiebe den Regler und sieh, ab wann die Zinsen deine Einzahlungen überholen.
- Regelmäßig sparen. Auch kleine monatliche Beträge summieren sich. Probiere auch den Sparrechner aus.
- Zinsen nicht abheben. Sonst wird aus dem Zinseszins ein einfacher Zins.
- Kosten, Steuern und Inflation im Blick behalten. Auch sie wirken mit Zinseszinseffekt gegen dich.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Zinseszins?
Mit der Formel Kn = K0 × (1 + p/(100 × m))^(m × n). Für 5.000 € zu 6% mit monatlicher Zinsgutschrift über 5 Jahre: 5.000 × (1 + 0,06/12)^60 ≈ 6.744,25 €, also rund 1.744,25 € Zinsen vor Steuern.
Wie wichtig ist die Häufigkeit der Zinsgutschrift?
Weniger als oft gedacht. 10.000 € zu 5% über 10 Jahre ergeben bei jährlicher Gutschrift 16.288,95 € und bei monatlicher 16.470,09 €. Zinssatz und Anlagedauer sind viel wichtiger.
Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und effektivem Jahreszins?
Der Nominalzins ist der vereinbarte Jahreszins. Der effektive Jahreszins berücksichtigt, wie oft die Zinsen gutgeschrieben werden. 5% nominal mit monatlicher Gutschrift entsprechen effektiv etwa 5,12%.
Wann verdoppelt sich mein Geld?
Teile 72 durch den Zinssatz (72er-Regel). Bei 4% pro Jahr verdoppelt sich das Geld in etwa 18 Jahren.
Muss ich auf Zinsen Steuern zahlen?
In Deutschland ja, sobald deine Kapitalerträge den Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € für Ehepaare) übersteigen. In Österreich werden 25% KESt auf Zinsen direkt von der Bank abgezogen.
Dieser Rechner dient nur der Information und ist keine Finanzberatung. Das tatsächliche Ergebnis hängt von den Bedingungen deiner Bank oder Anlage ab.